SVR spielt Herford müde

U23 siegt beim SCH nach 0:2-Rückstand mit 4:3.

Sieben Tore und ein flottes Spielchen: Die Zuschauer bekamen zum Saisonabschluss im Kreisderby der Fußball-Westfalenliga zwischen dem SC Herford und dem SV Rödinghausen II noch einmal etwas geboten. Dass die Gäste vom SVR im Herforder Jahnstadion nach einem 0:2-Rückstand zur Pause mit 4:3 siegten, war auch ihrem großen Willen und den teils haarsträubenden Fehlern in der SCH-Abwehr zu verdanken. Trotz der vierten Niederlage in Folge: Gegenüber den Auftritten in den vergangenen Wochen zeigten sich die Herforder verbessert.

„Wir haben das Spiel leichtfertig aus der Hand gegeben“, sagte SCH-Coach Daniel Keller. „Das waren verrückte 90 Minuten. Ich bin megazufrieden“, betonte SVR-Trainer Martin Sek. Für beide war es das letzte Spiel auf diesem Posten. Der SC Herford fand gut in die Partie und hatte eine halbe Stunde lang mehr vom Spiel. Die erste frühe Chance hatte denn auch gleich SCH-Stürmer Dimi Nemtsis (3.). Für die verdiente Führung sorgte indes Michael Zech nach 27 Minuten, als er einen langen Ball aufnahm, sich schön gegen die SVR-Abwehr durchsetzte und zum 1:0 einschoss.

Zwar fiel kurz darauf fast der Ausgleich durch Nico Tesch, doch nur sechs Minuten später war erneut Zech zum 2:0 zur Stelle – und das wieder nach einem langen Ball (33.). „Wir haben diszipliniert und effektiv gespielt“, lobte Daniel Keller seine Elf. In der Folge wurde Rödinghausen stärker, für einen Treffer reichte es trotz guter Chancen aber nicht.

Das änderte sich in der zweiten Halbzeit, als Christians Schmidts völlig frei vergebener Kopfball die Aufholjagd einläutete (48.). Im direkten Gegenzug hatte Nemtsis das 3:0 auf dem Fuß, als er im Eins-gegen-Eins am bravourös haltenden SVR-Keeper Yannick Rohrmann scheiterte (49., Keller: „Ist der drin, ist das Ding durch“), doch dann schlugen die Gäste gnadenlos zu: 1:2 durch Nico Tesch, als er Herfords Tormann Yannik Grützner einen bereits geklärten Ball abluchste (52.); 2:2 durch Ben Klostermann, der der SCH-Abwehr auf und davon lief (57.); 3:3 durch den eingewechselten Fynn Rausch-Bönki (74.) und 4:3 durch den völlig blanken Janis Büscher (78.).

Dazwischen hatte Volkan Ünal für den SCH nach einer Stunde per 20-Meter-Traumtor aus dem Nichts für das 3:2 gesorgt (61.) – doch letztlich spielten gegen immer müder werdende Herforder nur noch die Wiehen-Kicker.

SC Herford: Grützner; Stühmeier (82. Kroos), Matys, Rinke, Blagojevic, Wehmeier, Ilg, Zech (77. Safonov), Müller (53. Ünal), Nemtsis, Todte.

SV Rödinghausen II: Rohrmann; Büscher, Hippe, Guthardt, Fuhrmann (68. Rausch-Bönki), Heitkamp, Manske (46. Kulpa), Kötter, Klostermann, Schmidt, Tesch (85. Heine).

Tore: 1:0 (27.) Zech, 2:0 (33.) Zech, 2:1 (52.) Tesch, 2:2 (57.) Klostermann, 3:2 (61.) Ünal, 3:3 (74.) Rausch-Bönki, 3:4 (78.) Büscher.

Quelle: NW