Wiehenelf verschenkt Heimsieg
SVR unterliegt Köln mit 2:3.
Der SV Rödinghausen hat in der Fußball-Regionalliga den nächsten Nackenschlag kassiert. Und diesmal war es einer, der so richtig wehtat. Denn im Spiel gegen die U 21 des 1. FC Köln schien das Team vom Wiehen durch ein Tor von Eduard Probst in der 85. Minute zum 2:1 spät auf die Siegerstraße eingebogen zu sein, um am Ende doch noch als 2:3 (0:1)-Verlierer vom Platz gehen zu müssen.
Recht überraschend hatte Rödinghausens Trainer Dennis da Silva Félix Kapitän Paterson Chato aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung neben Viktor Miftaraj zurückgezogen – eine etwas aus der Not geborene Maßnahme. „Wir mussten basteln“, verwies der Coach darauf, dass Maximilan Hippe gelb-rot-gesperrt fehlte und Tim Corsten, der unter der Woche erkrankt nicht trainieren konnte, zunächst auf der Bank blieb. Es lag allerdings nicht allein an dieser Umstellung, dass den Gastgebern im Häcker Wiehenstadion in der ersten Halbzeit so gut wie gar nichts gelang. „Unser Matchplan ist überhaupt nicht aufgegangen, Köln hat uns da schon auch mit ein, zwei positionsmäßigen Wechseln überrascht“, räumte da Silva Félix ein.
Es dauerte bis zum 45. Minute, ehe der SVR durch Abdul Fesenmeyer aus spitzem Winkel von links seinen ersten Schuss aufs Tor abgab, den Kölns Keeper Luis Hauer mit der Brust abwehrte. Als wenig später Pause war, konnten die Gastgeber froh sein, dass es nur mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine ging. In der 28. Minute hatte Safyan Toure die Kölner in Führung gebracht, nachdem Rödinghausens Hintermannschaft bei der Vorbereitung des Treffers durch Patrik Kristal so gut wie keine Gegenwehr leistete. „Wir waren im ersten Durchgang richtig stark. Unser einziges Manko war, dass wir nicht höher führen“, gab FC-Trainer Evangelos Sbonias später zu Protokoll.
Sein Pendant Dennis da Silva Félix reagierte mit einem Dreifach-Wechsel – es schien nach Wiederbeginn jedoch, als stünde eine komplett ausgewechselte SVR-Mannschaft auf dem Platz. Die hatte zwar in der 52. Minute einmal etwas Glück, als Toure eine Konterchance zum möglichen 2:0 ausließ, ansonsten segelte nun aber ein Ball nach dem anderen in den Strafraum der Gäste. Gefühlt holte der SVR allein in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit ein halbes Dutzend Eckbälle heraus. Und ein solcher führte in der 56. Minute zum inzwischen verdienten 1:1-Ausgleich. Simon Breuer schlug den Ball vor das Tor, Mattis Rohlfing verlängerte mit dem Kopf und am langen Pfosten drückte Fesenmeyer das Spielgerät über die Linie.
Rödinghausen bestimmte weiter das Spiel, hatte gute Chancen durch Marius Bauer, Breuer und Rohlfing, es dauerte aber bis zur besagten 85. Minute, ehe das 2:1 fiel. SVR-Torwart Dennis Gorka parierte zunächst einen Freistoß, machte danach das Spiel schnell und schlug den Ball lang in den Lauf des durchstartenden Eduard Probst, der in den Strafraum eindrang und Hauer mit einem Heber aus halbrechter Position überwand. Doch auf die scheinbare Erlösung sollte eine böse Bruchlandung folgen.
Nach dem Rückstand reagierte Kölns Trainer Sbonias mit einem Dreifach-Wechsel, der noch fruchten sollte. Der dabei mit eingewechselte Luiz Antonius Labenz kam in der 87. Minute nach einer Flanke von Nilas Yacobi aus dem rechten Halbfeld am Fünfmeterraum sträflich frei zum Abschluss und traf zum 2:2. Und als Schiedsrichter Marcel Benkhoff just die fünfminütige Nachspielzeit angezeigt hate, bekamen die Gäste auf der rechten Seite einen Freistoß. Der von Sargis Adamyan hereingeschlagene Ball ging an Freund und Feind vorbei bis zum ganz hinten fast schon an der Grundlinie lauernden Luca Lechner, der den Ball mit der Fußspitze aus ganz spitzem Winkel in die lange Ecke zum 2:3 bugsierte und für Schockstarre bei den Gastgebern auf dem Platz wie auch auf der Tribüne sorgte.
„Wir haben nach dem Führungstor sogar noch die Chance zum 3:1, um das Momentum endgültig aus unsere Seite zu ziehen. Am Ende sind es dann Szenen, die sich einfach wiederholen. Wenn du solche Fehler öfter machst und auch durch Trainingsarbeit nicht wegkriegst, geht es auch um den Willen und den Charakter, den Ball einfach rauszuköpfen oder aus dem Rückraum reinzusetzen. Das kann ich als Trainer für die Jungs auf dem Platz nicht tun, das müssen sie selbst machen, damit dieser berühmt-berüchtigte Turnaround stattfindet. Am Ende ist es jetzt die dritte Woche hintereinander, dass sich eine U-Mannschaft über einen glücklichen Ausgang gegen uns freut. Entsprechend bin ich bedient“, sagte Dennis da Silva Félix nach dem Spiel.
Und so war es für ihn auch überhaupt kein Trost, dass der in der Tabelle direkt hinter dem SVR platzierte SC Wiedenbrück eine nicht unbedingt erwartete 1:2-Niederlage beim Schlusslicht SSVg Velbert kassiert hatte. In Wiedenbrück ist Rödinghausen nun nach der Länderspielpause am 22. November zu Gast – es könnte eine richtungsweisende Partie für den gesamten weiteren Saisonverlauf sein.
(Quelle: NW)
DIE SPIELDATEN
SV Rödinghausen: Dennis Gorka, Leon Tia, Viktor Miftaraj (46. Tim Corsten), Manuel Reutter, Mattis Rohlfing (89. Noah-Henry Köse), Paterson Chato, Allan Firmino Dantas, Leonard Köhler (47. Simon Breuer), Julian Schwermann (46. Marius Bauer), Abdul Fesenmeyer (89. Niklas Burlage), Eduard Probst.
Tore: 0:1 Safyan Touré (28.), 1:1 Abdul Fesenmeyer (57.), 2:1 Eduard Probst (85.), 2:2 Luiz Labenz (88.), 2:3 Luca Lechner (90.+1)
Zuschauer: 680
Foto: Joel Beinke





















