Pleite in Köln

SVR unterliegt der U23 des 1. FC Köln.

Nach Wochen des „Hurra-Fußballs“ beim SV Rödinghausen gab es am 11. Spieltag beim FC Köln II einen Rückschlag. Der Tabellenführer aus Ostwestfalen musste sich durch 0:1 bei der Reserve des Bundesligisten geschlagen geben. Es war eine Niederlage, die vermeidbar gewesen wäre. Der SV Rödinghausen war über weite Strecken des Spiels die dominierende Mannschaft, hatte größere Spielanteile und wirkte physisch überlegen. Der Nachwuchs des FC Köln war allerdings top eingestellt: Die Mannschaft von Trainer Mark Zimmermann ließ den Gastgeber gewähren, störte erst in der eigenen Hälfte konsequent und schaltete dann mit schnellen Kontern um.

Dieses Mittel sollte genau richtig sein. Rödinghausen spielte sich müde, wurde im Angriff mit zunehmender Dauer immer behäbiger und berechenbarer. Große Torchancen gab es auf beiden Seiten nicht viele – Köln nutzte eine „Halbchance“ zum entscheidenden Tor des Tages. Für den SV Rödinghausen war es die zweite Saisonniederlage, die erste nach drei furiosen Siegen in Folge.

Trainer Enrico Maaßen vertraute im Prinzip dem bewährten Personal, in der Offensive sollte es das Trio Schlottke, Lokotsch und die Tormaschine Engelmann richten. Die Partie gestaltete sich zu Beginn offen, beide Mannschaften wollten sich erst einmal kennenlernen – hatte man das Gefühl. Dann plötzlich die kalte Dusche für den Tabellenführer: Eine relativ harmlose Flanke aus dem Halbfeld fand den Kopf von Kölns Kaan Caliskaner, der nur noch zur 1:0-Führung der Gastgeber einnicken musste (16.). Für den 19-jährigen Caliskaner war es der zweite Saisontreffer.

Der SV Rödinghausen war gewarnt: Ein Selbstläufer sollte diese Partie im Franz-Kremer-Stadion nicht werden. Auch wenn die Maaßen-Elf nach rund 30 Minuten die Begegnung besser im Griff hatte, blieb Kölns Reserve durch schnelle Konter gefährlich. Die besten Möglichkeiten zum Ausgleich gab es kurz vor der Pause. Nach einer Standardsituation von Engelmann kam der Ball gefährlich in den Strafraum und knallte gleich zweimal in Folge an das Aluminium. Erst köpfte der einlaufende Franz Pfanne den Pfosten an, dann vergab Lars Lokotsch den „Rebound“ und setzte seinen Schuss an die Latte (43.). Nach dem Seitenwechsel blieb der SVR bemüht, echte Torgefahr konnte der Ligaprimus aber nicht ausstrahlen. Bei Köln war es immer wieder Oliver Issa Schmitt, der mit seinen technischen Fähigkeiten den Ball sehenswert verarbeiten konnte und Rödinghausen in der Defensive beschäftigte.

Dennoch blieben auch die Gastgeber ohne nennenswerte Torchancen. Es entwickelte sich zunehmend ein Mittelfeldgeplänkel. Beiden Teams fehlte sichtlich der letzte Drang nach vorn. Enrico Maaßen wechselte und brachte mit Patrick Kurzen (56.) und Tobias Steffen (68.) frisches Personal auf den Platz. Nach rund 70 Minuten gab es endlich wieder Strafraum-Action: Nach einer schönen Kombination der Marke „Hacke, Spitze, Einszweidrei“ kam Simon Engelmann aus sechs Metern frei zum Abschluss – er scheiterte jedoch an dem Fußreflex von Kölns Keeper Krahl. Nun war plötzlich wieder Leben in der Partie und Rödinghausen drückte. Leider unterliefen im Spielaufbau jedoch häufiger kleine Stockfehler und auch der „berühmte“ letzte Pass in die Spitze kam nicht an. Man hatte den Eindruck, die Wiehen-Elf wollte unbedingt, wirkte teilweise aber etwas übereifrig und produzierte so in der Summe zu viele Fehler.

In den letzten Schlussminuten nutzen die technisch versierten Youngster des FC Köln II das aus und ließen den Ball gut laufen – oder hielten ihn bewusst in den eigenen Reihen. In der 92. Minute hätten die Gastgeber sogar auf 2:0 erhöhen können, doch die Latte rettete diesmal den SV Rödinghausen. Somit blieb es bei einer knappen 0:1-Niederlage.

(FuPa)

DIE SPIELDATEN

SV Rödinghausen: Niclas Heimann, Daniel Flottmann, Fynn Arkenberg (89. Nico Empen), Nikola Serra (32. Eros Dacaj), Felix Backszat, Lukas Kunze, Haktab Omar Traoré, Franz Pfanne (57. Patrick Kurzen), Björn Schlottke, Simon Engelmann, Lars Lokotsch (69. Tobias Steffen). 

1. FC Köln U23: Julian Krahl, Lukas Nottbeck, Noah Katterbach, Tim Sechelmann, Marvin Rittmüller, Vincent Geimer (86. Kasra Ghawilu), Justin Petermann, Marius Laux, Gabriel Boakye (81. Luca Schuler), Kaan Caliskaner (81. Leon Augusto), Oliver Issa Schmitt (67. Tyson Richter). 

Tore:  1:0 Kaan Caliskaner (16.).

Schiedsrichter: Alexander Busse, assistiert von Tim Brüster und Christian Szewczyk.

Zuschauer: 700