Erfolgshunger ist noch lange nicht gestillt

SVR beim 1. FC Köln II gefordert.

Ein Jahr ist Enrico Maaßen nun hauptamtlicher Trainer beim Fußball-Regionalligisten SV Rödinghausen. Ein Jahr, in dem er sich voll und ganz auf den Fußball konzentrieren konnte. »Das war schon immer mein Ziel«, sagt der 35-Jährige.

Bis dato hatte der gebürtige Mecklenburger stets eine Doppelbelastung. Er verdiente hauptberuflich seine Brötchen als Geschäftsführer in einem Fitnessstudio, nebenberuflich ging er seiner Leidenschaft, dem Fußball, nach. Dies hat sich jetzt, seit knapp zwölf Monaten, geändert. Beim SV Rödinghausen verdient er seine Brötchen mit seiner Leidenschaft, dem Fußball. »Das ist nicht nur zeitlich viel, viel angenehmer«, betont Maaßen.

In dem abgelaufenen Jahr hat Enrico Maaßen extrem viel beim SVR bewirkt. »Unser Ziel war, das Bestmögliche zu erreichen. Das hat gut geklappt«, betont der Coach. Damit betreibt er gekonnt Understatement. Die Mannschaft vom Wiehen ist erneut die Nummer eins unter den westfälischen Regionalligisten. Mit aktuell 57 Punkten auf der Habenseite gilt die Saison bereits jetzt als die beste der Vereinsgeschichte. Dazu kommen die bemerkenswerte Erfolge in den beiden Pokalwettbewerben. Im Westfalenpokal steht am 25. Mai um 14.15 Uhr das Endspiel gegen den Liga-Konkurrenten SC Wiedenbrück an. Auf dem Weg dahin bezwang das Team von Enrico Maaßen mit SF Lotte (3:2) und Preußen Münster (2:1) gleich zwei Drittligisten – was den Trainer »besonders stolz« macht.

Als Kirsche auf dem Saisonkuchen kam der DFB-Pokal mit einem »für uns alle unvergesslich, emotionalen Erstrundensieg« (Maaßen) über Zweitligist Dynamo Dresden (3:2 n.V.) sowie »dem tollen Los und der wahnsinnigen Erfahrung FC Bayern München«(1:2). »Wenn mir jemand das alles vor der Saison so vorhergesagt hätte, dann hätte ich sofort unterschrieben«, sagt der SVR-Coach. Doch Maaßen wäre nicht Maaßen, wenn er nicht ergänzen würde: »Aber es geht immer besser. Wir alle sind erfolgshungrig. Wir alle wollen uns verbessern und weiter entwickeln. Da wollen wir im nächsten Jahr den Hebel ansetzen.« 

Ein Baustein dieser Erfolgsgeschichte ist sicherlich der Umstand, dass beim SV Rödinghausen seit Jahresbeginn nur noch Vollprofis Fußball spielen. Deshalb sind Trainingsprozesse und Trainingszeiten optimal auf den Ligaalltag abgestimmt. Mit zwei ganzheitlichen Tagen am Anfang jeder Trainingswoche kann Maaßen an vielen Stellschrauben auch abseits des Platzes drehen. So kann er zufrieden bilanzieren: »Wir haben fast in allen Bereichen riesige Fortschritte gemacht.« Ergebnis dieser täglich akribischen Arbeit ist auch ein absolut gefestigtes Mannschaftsgefüge, das selbst nach dem Verzicht des Vereins auf die Drittliga-Lizenz weiter hungrig auf Punktejagd gegangen ist.

»Jeder Sportler strebt nach dem Maximalen. Wir haben die Entscheidung akzeptiert. Hier ist alles mit Bedacht entstanden. Und mit einer sehr hohen Qualität. Vielleicht können wir die Vereinsführung im nächsten Jahr ja sportlich dazu zwingen, die Drittliga-Lizenz zu beantragen«, sagt Maaßen mit einem Augenzwinkern. Die drei noch verbleibenden drei Pflichtspiele – in der Regionalliga beim 1. FC Köln II und zu Hause gegen TV Herkenrath sowie das Pokalspiel gegen SC Wiedenbrück – sind für Trainer Enrico Maaßen »sehr wichtig. Ich möchte die drei Partien alle erfolgreich gestalten. Wir wollen den Tabellenplatz drei verteidigen und im Westfalenpokal den Titel holen«.

So hat Maaßen für das vorletzte Meisterschaftsspiel heute Abend um 19 Uhr beim 1. FC Köln II eine klare Vorgabe an sein Team. »Wir fahren dorthin um zu gewinnen, nichts anderes!« Die Partie beim besten Rückrundenteam sei »eine Super-Herausforderung. Aber Herausforderungen mögen wir. Natürlich hat sich der 1. FC Köln II seit der Winterpause beeindruckend entwickelt, die Ergebnisse sprechen für sich. Aber auch wir sind nicht umsonst Tabellendritter und können dort selbstbewusst auftreten. Das wird eine richtig interessante Partie, auf die ich mich wirklich freue.« Mit einem Sieg würde der SVR zumindest vorübergehend auf Rang zwei vorrücken.

Personell erwägt Maaßen heute Abend die eine oder andere Veränderung. »Da geht es auch darum, den Spielern die Chance zu geben, sich zu zeigen, und um ihre Weiterentwicklung.«

(NW vom 10.05.19)

INFO:

Austragungsort: Rasenplatz, Franz-Kremer-Stadion, Franz-Kremer-Allee 1, 50937 Köln.
Anstoß: 10. Mai 2019, 19:00 Uhr

Franz-Kremer-Stadion

Informationen zur Anfahrt sowie zu den Eintrittspreisen finden Sie auf der Internetseite des 1. FC Köln:
> fc.de

Foto: Joel Beinke